Weymouthskiefer (Pinus strobus): Das beste Holz für Bienenbeuten und Bildhauer
Warum schleppen erfahrene Imker ihre Beuten mühelos durch den Garten, während Anfänger unter dem Gewicht ihrer Zargen ächzen? Der Unterschied liegt nicht im Training - sondern im Holz. Weymouthskiefer wiegt fast ein Drittel weniger als heimische Kiefer und isoliert dabei besser als jede Alternative.
In diesem Ratgeber erfahren Sie:
- Warum Weymouthskiefer das bevorzugte Holz für Bienenbeuten ist
- Welche Eigenschaften dieses Holz so besonders machen
- Wie Sie Weymouthskiefer richtig verarbeiten und pflegen
- Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Das Wichtigste zur Weymouthskiefer
- Rohdichte: 0,40 g/cm³ - rund 25% leichter als Gemeine Kiefer (0,52 g/cm³)
- Herkunft: Östliches Nordamerika, seit dem 16. Jahrhundert in Europa kultiviert
- Stärke: Beste natürliche Wärmedämmung aller Nadelhölzer durch hohes Porenvolumen
- Besonderheit: Außergewöhnlich formstabil - verzieht sich kaum beim Trocknen
- Verarbeitung: Weiches Holz, lässt sich leicht sägen, hobeln und schnitzen
- Bei uns erhältlich: Bretter 24 mm / 320 mm für Imkerei, Blockware 60 mm für Bildhauer
Weymouth-Kiefer in 30 Sekunden erklärt
Was ist Weymouthskiefer?
Die Weymouthskiefer, botanisch Pinus strobus, stammt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika. Dort wächst sie als einer der größten Nadelbäume des Kontinents und erreicht Wuchshöhen von bis zu 60 Metern sowie ein Alter von über 500 Jahren.
Ihren deutschen Namen verdankt sie Thomas Thynne, dem 1. Viscount Weymouth, der den Baum Mitte des 16. Jahrhunderts nach England brachte. Von England aus verbreitete sich der Baum in ganz Europa und fand schnell Anklang bei Handwerkern.
Weitere Namen der Weymouthskiefer:
- Strobe
- Seidenkiefer (wegen der weichen Nadeln)
- Eastern White Pine (englisch)
- Weymouths Kiefer
- Weymouthkiefer
In Deutschland findet man die Weymouthskiefer heute in Parks und Gärten, vereinzelt auch in forstwirtschaftlichen Beständen. Als Forstbaum hat sie an Bedeutung verloren, weil sie anfällig für den Blasenrost (Cronartium ribicola) ist. Für die Holzverarbeitung bleibt sie jedoch unverzichtbar.
Der Baum im Porträt
Die Weymouthskiefer gehört zur Gattung der Kiefern (Pinus) innerhalb der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Als immergrüner Baum behält sie ihre Nadeln ganzjährig.
Stamm und Rinde: Junge Bäume zeigen eine glatte, graugrüne Rinde. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich eine tief gefurchte, graubraune Borke. Der Stammdurchmesser kann bei alten Exemplaren über einen Meter erreichen.
Nadeln und Zweige: Die Nadeln stehen zu fünft an Kurztrieben - ein typisches Merkmal der Sektion Strobus. Sie werden 6 bis 14 Zentimeter lang, sind dunkelgrün gefärbt und fühlen sich weich und biegsam an. Die Zweige sind anfangs fein behaart, später kahl. Die Winterknospen bleiben klein, ihre Knospenschuppen liegen eng an.
Zapfen: Die Zapfen hängen an den Zweigen, werden 8 bis 20 Zentimeter lang und sind leicht gebogen. Die Zapfenschuppen öffnen sich bei Reife und entlassen die geflügelten Samen.
Wurzelsystem: Anders als die Waldkiefer bildet die Weymouthskiefer keine ausgeprägte Pfahlwurzel. Stattdessen entwickelt sie ein weitreichendes System aus Seitenwurzeln. Das macht sie sowohl auf tiefgründigen als auch auf flachgründigen Böden standfest - ein Zeichen ihrer Anspruchslosigkeit.
Traditionelle Nutzung über Jahrhunderte
Weymouthskiefer hat eine lange Tradition im Kunsthandwerk. Schnitzer im Alpenraum schätzten das Holz für Krippen und Heiligenfiguren. In Kirchen findet man Reliefs und Altarschnitzereien aus diesem Material. Auch im Modellbau - von Architekturmodellen bis zu Flugzeugprototypen - war und ist Weymouthskiefer erste Wahl.
Der Grund: Kein anderes Nadelholz lässt sich so sauber und kontrolliert bearbeiten. Deshalb ist Weymouthskiefer auch heute noch vielfältig im Innen- und Außenbau einsetzbar - von Vertäfelungen über Leisten bis zu Sperrholz für den Modellbau.
Eigenschaften der Weymouthskiefer
Das Holz der Weymouthskiefer unterscheidet sich deutlich von anderen heimischen Nadelhölzern. Diese Eigenschaften machen es so beliebt:
Gewicht und Dichte
Mit einer Rohdichte von nur 0,40 g/cm³ bei 12-15% Holzfeuchte gehört Weymouthskiefer zu den leichtesten Nadelhölzern. Zum Vergleich:
| Holzart | Rohdichte (g/cm³) | Gewicht relativ |
|---|---|---|
| Weymouthskiefer | 0,40 | Basis |
| Fichte | 0,47 | +17% |
| Gemeine Kiefer | 0,52 | +30% |
| Lärche | 0,59 | +47% |
Ein Zander-Magazin aus Weymouthskiefer wiegt etwa 25% weniger als das gleiche Magazin aus Fichtenholz. Bei der Arbeit am Bienenstand summiert sich das.
Wärmedämmung
Das hohe Porenvolumen der Weymouthskiefer führt zu ausgezeichneten Dämmeigenschaften. Die vielen kleinen Lufteinschlüsse im Holz wirken wie eine natürliche Isolierung.
Für Bienenbeuten bedeutet das: Die Völker müssen im Winter weniger Energie für die Wärmeerzeugung aufwenden. Im Sommer überhitzt der Stock nicht so schnell. Beide Effekte fördern die Gesundheit und Entwicklung der Bienenvölker.
Formstabilität
Weymouthskiefer quillt und schwindet deutlich weniger als andere Nadelhölzer. Das Holz "arbeitet" kaum nach der Trocknung. Fugen und Verbindungen bleiben passgenau, Deckel und Böden verziehen sich nicht.
Diese Maßgenauigkeit ist bei Bienenbeuten entscheidend: Spalten lassen Kälte eindringen und erschweren den Bienen die Verteidigung. Ein verzogener Deckel passt nicht mehr richtig.
Harzgehalt
Weymouthskiefer enthält weniger Harz als die Gemeine Kiefer. Das Holz bleibt auch bei Wärme weitgehend frei von klebrigen Stellen. Beim Schleifen und Hobeln verstopfen die Werkzeuge nicht so schnell.
Warum Weymouthskiefer für Bienenbeuten?
Die meisten Hobbyimker kaufen Bienenbeuten fertig aus Styropor oder Kunststoff. Wer selbst baut oder Holzbeuten bevorzugt, steht vor der Frage: Welches Holz ist das richtige?
Unsere Einschätzung nach 40 Jahren Erfahrung: Für Bienenbeuten gibt es kein besseres Holz als Weymouthskiefer. Die Kombination aus geringem Gewicht, guter Dämmung und hoher Formstabilität ist einzigartig.
Die vier Vorteile für Imker
1. Geringes Gewicht beim Transport
Wer Wanderimkerei betreibt oder mehrere Völker am Bienenstand bearbeitet, trägt schnell Hunderte Kilo am Tag. Jedes eingesparte Gramm zählt. Eine komplette Zander-Beute aus Weymouthskiefer spart gegenüber Fichte etwa 2-3 kg Gewicht.
2. Natürliche Wärmedämmung
Styropor-Beuten isolieren zwar noch stärker, aber viele Imker bevorzugen das natürliche Klima einer Holzbeute. Weymouthskiefer bietet den besten Kompromiss: deutlich bessere Dämmung als andere Hölzer, dabei völlig natürlich.
3. Kein Verziehen der Bauteile
Nichts ist ärgerlicher als ein Deckel, der nicht mehr passt, oder Zargen mit Spalten. Weymouthskiefer bleibt formstabil - auch nach Jahren im Freien.
4. Angenehme Verarbeitung
Wer seine Beuten selbst baut, schätzt die weiche, gleichmäßige Struktur. Das Holz lässt sich leicht sägen, hobeln und fräsen. Scharfe Werkzeuge gleiten fast mühelos.
Weymouthskiefer in der Bildhauerei und Schnitzerei
Neben der Imkerei hat sich Weymouthskiefer seit Jahrzehnten auch in der Bildhauerei und im Schnitzhandwerk etabliert. Der Grund liegt nicht im Preis – sondern in der außergewöhnlichen Bearbeitbarkeit des Holzes.
Die gleichmäßige, feinjährige Struktur ermöglicht saubere Schnitte ohne Ausrisse. Selbst bei filigranen Formen bleibt die Oberfläche ruhig. Werkzeuge greifen kontrolliert, ohne dass das Holz splittert oder „wegbricht".
Besonders bei:
- Reliefarbeiten
- Figuren mit feinen Übergängen
- großformatigen Schnitzblöcken
- Vorarbeiten für spätere Fassungen
zeigt Weymouthskiefer ihre Stärken.
Weymouthskiefer im Maskenbau
Im traditionellen Maskenbau – etwa für Fasnet, Perchten oder Theatermasken – wird Weymouthskiefer gezielt eingesetzt. Entscheidend ist die Kombination aus geringem Gewicht und hoher Formstabilität.
Masken müssen:
- stundenlang getragen werden
- dünn ausgearbeitet sein
- trotzdem formstabil bleiben
Weymouthskiefer erlaubt sehr geringe Wandstärken, ohne dass das Material reißt oder sich verzieht. Gleichzeitig bleibt das Gewicht niedrig – ein spürbarer Vorteil gegenüber Linde oder Pappel bei größeren Masken.
Auch bei der Nachbearbeitung (Schleifen, Fassen, Bemalen) zeigt sich das Holz unproblematisch: geringe Harzaustritte, ruhige Oberfläche, gute Haftung von Farben und Grundierungen.
| Holzart | Schnitzbarkeit | Gewicht | Detailtreue | Typische Nutzung |
|---|---|---|---|---|
| Weymouthskiefer | sehr gut | sehr leicht | gut | Masken, Figuren, Modelle |
| Linde | hervorragend | leicht | sehr hoch | Feinschnitzerei |
| Pappel | gut | sehr leicht | mittel | Grobformen |
| Fichte | mäßig | mittel | gering | ungeeignet |
Weymouthskiefer vs. andere Holzarten
Welches Holz eignet sich neben Weymouthskiefer noch für Bienenbeuten? Hier der Vergleich:
| Eigenschaft | Weymouthskiefer | Fichte | Lärche | Kiefer |
|---|---|---|---|---|
| Gewicht | sehr leicht | mittel | schwer | mittel |
| Wärmedämmung | sehr gut | gut | mäßig | gut |
| Formstabilität | sehr gut | mäßig | gut | mäßig |
| Harzgehalt | gering | mittel | hoch | hoch |
| Haltbarkeit außen | mäßig | gering | sehr gut | mäßig |
| Preis | mittel | günstig | teuer | günstig |
Unsere Empfehlung:
- Weymouthskiefer: Beste Wahl für Bienenbeuten, Bildhauerei, Modellbau
- Fichte: Günstige Alternative, aber weniger formstabil
- Lärche: Ideal für Außenbereiche (Terrassen, Fassaden), zu schwer für Beuten
- Kiefer: Universalholz, aber harzt stark und ist schwerer
So verarbeiten Sie Weymouthskiefer richtig
Weymouthskiefer lässt sich einfach bearbeiten, wenn Sie ein paar Punkte beachten:
Werkzeuge
Verwenden Sie scharfe Werkzeuge. Das weiche Holz neigt bei stumpfen Klingen zum Ausreißen. Handsägen mit feiner Zahnung liefern saubere Schnitte. Beim maschinellen Sägen und Hobeln empfehlen wir mittlere Drehzahlen.
Verbindungen
Dübel und Schrauben halten gut im Holz. Vorbohren ist bei Schrauben nah an Kanten empfehlenswert, um Risse zu vermeiden. Leimverbindungen funktionieren mit jedem Holzleim.
Oberflächenbehandlung
Bei Bienenbeuten im Außenbereich schützt ein Anstrich das Holz. Verwenden Sie bienenverträgliche Lasuren oder Leinölfirnis. Manche Imker bevorzugen unbehandeltes Holz - dann sollten Sie auf konstruktiven Holzschutz achten (Dachüberstand, keine Staunässe).
Lagerung
Lagern Sie Weymouthskiefer-Bretter trocken und luftig. Das Holz sollte vor der Verarbeitung auf etwa 12-15% Holzfeuchte abgetrocknet sein. Frisches Holz verzieht sich trotz der guten Eigenschaften.
Weymouthskiefer kaufen: Darauf sollten Sie achten
Qualitäten
Wie bei anderen Hölzern gibt es verschiedene Sortierungen:
- Qualität A: Astarme Bretter, gleichmäßige Struktur. Ideal für sichtbare Flächen
- Qualität A/B: Kleinere Äste erlaubt, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Qualität B/C: Größere Äste und Verfärbungen. Für Konstruktionen, wo Optik zweitrangig ist
Trocknungsgrad
Achten Sie auf gut abgelagertes Holz mit 12-15% Holzfeuchte. Unser Weymouthskiefer-Holz ist luftgetrocknet und damit ideal für die Verarbeitung. Frisches Schnittholz (>30% Feuchte) ist für Bienenbeuten ungeeignet - es arbeitet nach und kann sich verziehen.
Bestellmöglichkeiten
Bei Widmann Holz erhalten Sie:
- Für Imker: Weymouthskiefer-Bretter 24 mm / 320 mm – perfekt für den Beutenbau
- Für Bildhauer: Weymouthskiefer-Blockware 60 mm, luftgetrocknet
- Weitere Stärken (20, 25, 30 mm) und Brettlängen von 2 bis 4 Metern
- Auch Einzelbretter für kleine Projekte
Rufen Sie uns an unter 07347-7415 oder kommen Sie vorbei. Wir beraten Sie gern zur richtigen Holzauswahl.
5 Fragen zur Weymouthkiefer (FAQ)
Wo wächst die Weymouthskiefer?
Ursprünglich im östlichen Nordamerika, von den Appalachen bis nach Manitoba in Kanada. In Europa hauptsächlich in Parks, Gärten und vereinzelt in Forstbeständen. Die US-Bundesstaaten Maine und Michigan führen die Weymouthskiefer sogar als offiziellen Staatsbaum.
Welche Eigenschaften hat die Weymouthskiefer?
Die wichtigsten Eigenschaften: geringe Rohdichte (0,40 g/cm³), hohe Formstabilität, gute Wärmedämmung, geringer Harzgehalt, weiche und gleichmäßige Struktur. Das Holz ist leicht zu bearbeiten und eignet sich besonders für Bienenbeuten, Bildhauerei und Modellbau.
Warum Weymouthskiefer für Beuten?
Weymouthskiefer vereint alle Eigenschaften, die Imker von einem Beutenholz erwarten: leichtes Gewicht für einfachen Transport, gute Dämmung für gesunde Völker, hohe Formstabilität für passende Bauteile und geringen Harzgehalt für saubere Verarbeitung.
Ist Weymouthskiefer wetterfest?
Ohne Behandlung erreicht Weymouthskiefer Dauerhaftigkeitsklasse 4 (wenig dauerhaft). Für Bienenbeuten im Freien empfehlen wir einen Anstrich mit bienenverträglicher Lasur oder Leinölfirnis. Alternativ schützt konstruktiver Holzschutz (Blechdach, Aufständerung) das Holz.
Fazit: Das richtige Holz macht den Unterschied
Weymouthskiefer ist nicht einfach irgendein Holz für Bienenbeuten - es ist das beste Holz für diesen Zweck. Die Kombination aus niedrigem Gewicht, ausgezeichneter Dämmung und hoher Formstabilität findet sich bei keinem anderen heimischen Nadelholz.
Die wichtigsten Punkte:
- 25% leichter als Fichte, fast ein Drittel leichter als Gemeine Kiefer
- Beste natürliche Wärmedämmung aller Nadelhölzer
- Verzieht sich kaum - Bauteile passen auch nach Jahren
Ihr nächster Schritt
Sie suchen Holz für den Bau eigener Bienenbeuten oder für ein Schnitzprojekt? Rufen Sie uns an unter 07347-7415 oder besuchen Sie uns in Dietenheim. Wir zeigen Ihnen unser Weymouthskiefer-Sortiment und beraten Sie zur richtigen Holzauswahl.
Autor: Franz Josef Widmann, Sägewerkmeister
Letzte Aktualisierung: Januar 2026
Säge- und Hobelwerk Widmann - Holz der kurzen Wege seit 1916
